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BurnOut - Symptome erkennen

Er(n)ste Anzeichen

von Prof. Dr. Michael Sadre Chirazi-Stark

Die Patientin Frau F., Mitte 40, berichtet beim Erstkontakt, dass sie sich wie im Hamsterrad fühle, die täglichen normalen Anforderungen von ihr als Tretmühle und Alltagstrott erlebt werden.

Sie empfinde eine Müdigkeit, die nicht enden wolle. Beim Wecker klingeln überwältige sie die Sehnsucht, sich fallen zu lassen.

Jeder Tag wurde so zum Marathonlauf

Den Sohn, den Mann, den Haushalt versorgen, einkaufen, kochen, waschen, bügeln. Dazwischen müsse sie noch die eigene Arbeit als freie Journalistin plazieren: Sie schreibe überwiegend Biographien und kleinere Texte für verschiedene Printmedien. Eine inhaltlich durchaus interessante und abwechslungsreiche Arbeit, aber einsam im sog. Home-Office.

Sie arbeite 14 Stunden pro Tag, am Herd, am Computer, am Bügelbrett, ohne das Gefühl zu haben, „ich habe etwas geleistet“. Das Feedback von außen z.B. von Kollegen fehlt bei diesem Arbeitsplatz zu Hause. Der Vorteil, alles zu Hause im Griff zu haben, schmilzt dadurch völlig dahin. Der eigene Leistungsanspruch suggeriert Unzufriedenheit, „andere schaffen das doch auch“, aber die Müdigkeit habe in der letzten Zeit extrem zugenommen.

Eine berufliche Krise des Mannes mit plötzlicher wirtschaftlicher Unsicherheit und erhöhter Abhängigkeit der Familie von ihrem Einkommen bringt das labile Gleichgewicht zum Kippen. Als dann der Vater stirbt und die Mutter sich hilfesuchend an sie wendet, wird aus der Müdigkeit Erschöpfung. Die fühlt sie kaum. Die Pflichten durchzuhalten wird zum obersten Prinzip. Für Aktivitäten, die Erholung, Befriedigung und Anerkennung bringen könnten wird keine Zeit mehr eingeräumt.

Erst ein Hörsturz bringt sie zur Besinnung und in ärztliche Betreuung, erst der Hausarzt, dann der Neurologe, der sie dann zum Psychiater / Psychotherapeut überweist.

Herr K., Manager

Bei dem Manager Herr K. dauerte es sechs Jahre, bis er die ersten Symptome spürte. Rückblickend fiel ihm auf, dass es im Urlaub immer länger dauerte, bis er abschalten konnte. Sein erstes somatisches Warnzeichen war nach längerem Joggen und anschließender Sauna plötzliches Herzrasen.

Plötzlich Herzrasen

Der alarmierte Notfallarzt konnte kardiologisch keinen auffälligen Befund erheben. In der folgenden Zeit erlitt er Schwindelanfälle, manchmal wurden seine Arme taub, nachts suchten ihn Schwitzattacken heim. Sein Leben setzte er wie gewohnt fort: Sorge um seine Frau, die lebensbedrohliche Darmkoliken schon seit mehreren Jahren immer wieder ohne Vorwarnung entwickelte, um seine beiden Töchter, deren jüngere an einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom leidet, und vor allem um Job und Karriere.

Er arbeitete rastlos, nahm regelmäßig Akten mit nach Hause, arbeitete fast bis Mitternacht

Er arbeitete rastlos, nahm regelmäßig Akten mit nach Hause, arbeitete fast bis Mitternacht und stand um fünf Uhr wieder auf. Nach einem Urlaub in Kalifornien, in dem er sich nicht erholt gefühlt hatte, erkrankte plötzlich seine Frau schwer, eine sofortige Operation war notwendig.

Da kippte er und beschrieb ein Gefühl von Ausgeliefertsein, Angst, totaler Erschöpfung, das nicht mehr wich. Auch als seine Frau wieder zu Hause war, bekam er sich nicht mehr in den Griff. Eines Morgens schaffte er es nicht mehr, sich die Zähne zu putzen. Der Hausarzt wies ihn in die psychiatrische Klinik ein mit einem schweren depressiven Syndrom mit latenter Suizidalität.

 

 
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und auf der Seite von Prof. Dr. Michael Sadre Chirazi-Stark: www.prof-stark.de

 

 

Prof. Dr. Michael Sadre Chirazi-Stark ist Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Asklepios Westklinikum Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Krankheitsprävention, Schizophreniebehandlung und Disease-Management.