Bewußt erziehen – auch als allein-erziehende Mutter Erziehung ist zweifellos die schwierigste Aufgabe, die es gibt. Sie ist noch schwieriger als das Thema „Partnerschaft“. Und allein ein Kind aufzuziehen ist noch mal ungleich schwerer! Und das allergrößte Problem für eine allein-erziehende Mutter ist es, die Freude an ihrem Kind und die Freude über die Fortschritte in der Entwicklung so recht mit niemandem teilen zu können.
Bewußt erziehen – auch als allein-erziehende Mutter Erziehung ist zweifellos die schwierigste Aufgabe, die es gibt. Sie ist noch schwieriger als das Thema „Partnerschaft“. Und allein ein Kind aufzuziehen ist noch mal ungleich schwerer! Und das allergrößte Problem für eine allein-erziehende Mutter ist es, die Freude an ihrem Kind und die Freude über die Fortschritte in der Entwicklung so recht mit niemandem teilen zu können. Irgendwie will ja niemand von mir wissen, was für ein tolles, ungewöhnliches, einmaliges Kind ich da habe – nur den Vater würde das interessieren, der ja genauso stolz ist oder wäre – und der ist halt nicht oder selten verfügbar. Folglich versucht eine „bewußte“ Mutter ihrem Kind sowohl Mutter als auch Vater zu sein. Das bedeutet, sich sowohl über die eigenen Bedürfnisse als Mutter klar zu sein – die meist unbegrenzte Menge an Streicheleinheiten, Zärtlichkeiten, kommunikativen und spielerischen Momenten, körperlichen Pflegebedürfnissen – als auch die eher männlichen Anteile wie körperlicher Ertüchtigung, entwicklungstechnische und sprachliche Anreize sowie von Anfang an eine gewisse Disziplinierung zu integrieren. So erlebe ich an meiner hochgeschätzten jungen Nachbarin, dass sie mit ihrem Sohn nicht nur ausgedehnte Kuschel- und Kommunikationsphasen hat, sondern auch mit unendlicher Geduld mit ihm Spiele spielt, stundenlang auf der nahegelegenen Wiese „kickt“, am Fluß angelt und mit ihrem Sohn sogar den Angelschein macht, im Kanu die Umgebung erkundet und dabei Zeltlager mit Feuerstelle und Braten der selbst-gefangenen Fische durchführt. Und wenn dann die ganzen Probleme der Schule ins Leben treten, dann geht’s eigentlich erst richtig los. Kaum gibt es mit dem Zögling eine Auffälligkeit irgendwelcher Art in der Schule, wird die Mutter in die Schule „zitiert“. Und wenn die Mutter – wie in unserem Fall- auch noch gebildet ist und wagt, eigene Gedanken und Vorstellungen zu haben, dann wird das pädagogische Engagement beider Seiten auf eine harte Probe gestellt. Und wenn Sie jetzt denken, die besagte Mutter braucht sich nur um ihren Zögling zu kümmern und hat genug Geld, so täuschen Sie sich. Sie muß ihren eigenen Beruf mit allen Anforderungen des täglichen Lebens – inklusive Geldbeschaffung – koordinieren. Die Essenz des Ganzen: die eigenen Bedürfnisse der Mutter müssen für eine gewisse Anzahl von Jahren weitgehend hinter die Bedürfnisse eines heranwachsenden Kindes zurückgestellt werden. Jede noch so kleine Kleinigkeit muß von allen Seiten vor dem – natürlich subjektiven – Gewissen beleuchtet werden. Und das alles meist ohne mit jemandem anderen, der vielleicht objektiv und doch vertrauenswürdig ist, besprochen werden zu können. Wohl dem, der verständnisvolle Eltern oder Freunde hat, die zumindest zeitweise zu Verfügung stehen. Sicherlich ist die Situation des allein-erziehenden Vaters genauso schwer, aber das kann die Autorin, die die Erfahrung der allein-erziehenden Mutter hat, nicht so genau beurteilen; darum die Konzentration auf die Rolle der allein-erziehenden Mutter. |